Teamarbeit und Termine in unseren Projekten

In unserer Projektarbeit setzen wir auf Eigenverantwortung, aber auch auf Teamarbeit. Auch wenn man oft eigenständig arbeitet, sollte man transparent sein und gewisse Verabredungen einhalten.

An unterschiedliche Gruppen gibt es unterschiedliche Erwartungen.

Freiheit und Verbindlichkeit

Unsere Zusammenarbeit basiert maßgeblich auf den beiden Größen Freiheit und Verbindlichkeit.

Freiheit

Grunsätzlich kann man sich die Aufgaben, die man in unseren Projekten und Arbeitsgruppen frei auswählen. Niemand wird “von oben herab” zu einer Arbeit verpflichtet oder daran gehindert, eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen.

Wir wollen, dass alle Kontributor*innen und Projektmitglieder so frei wie möglich arbeiten können.

Diese Freiheit ist ein Recht, das alle bei uns haben.

Verbindlichkeit

Persönliche Rechte funktionieren jedoch grundsätzlich nur, wenn man auch damit verbundene Pflichten einhält. Würden sich alle einfach uneingeschränkt auf ihre Freiheit berufen, würden sie dabei immer wieder andere in ihren Freiheiten einschränken. Ein Beispiel:

Jemand hält eine vereinbarte Frist für eine Aufgabe nicht ein oder sagt nicht bescheid, dass die Erledigung nicht klappt. Daraus folgt, dass eine andere Person die Aufgabe dann kurzfristig übernehmen muss – die andere Person hat dann nicht mehr die Freiheit, zu entscheiden, wann sie an der Aufgabe arbeiten möchte.

Deshalb ist eine gewisse Verbindlichkeit notwendig. Die Regel dazu lautet:

Alle verhalten sich so, dass sie niemand anderes in den Freiheiten einschränken.

Um das zu schaffen, sind insbesondere die folgenden Punkte wichtig:

  • Alle sagen direkt und offen, welche Aufgaben sie übernehmen möchten und welche nicht
  • Verabredungen werden mit allen Beteiligten getroffen
  • Verabredungen werden eingehalten
  • Probleme werden direkt mit allen Beteiligten besprochen (z.B. wenn man eine Aufgabe nicht schafft, einen Termin nicht einhalten kann, o.ä.)
  • Fragen werden direkt gestellt, alle bitten direkt um Hilfe, wenn sie sie benötigen

Alle sprechen ihre Freiheiten so ab, dass nicht für jemand anderen ungewollte Verbindlichkeit entsteht.

Offene und öffentliche Kommunikation

Damit das alles funktioniert, muss öffentlich kommuniziert werden. Das heißt, dass für Projektarbeit nur unsere Plattformen genutzt werden. Wird dabei der Chat benutzt, findet alles, was die Arbeit betrifft, im Projekt-Chatraum statt.

Für die Nutzung öffentlicher Chats gibt es verschiedene Gründe:

  • Niemand wird ausgeschlossen
  • Alles kann transparent nachgelesen werden
  • Alle Beteiligten werden geschützt, insbesondere, wenn im Projekt auch “Fremde” mitarbeiten (siehe Präventionskonzept

Dokumentation

Alle Arbeits- und Zwischenergebnisse müssen ebenfalls auf unseren Plattformen zu finden sein. Die Grundregel ist:

Was nicht auf unseren Plattformen wiedergefunden werden kann, existiert nicht.

Verabredungen

Um zusammen arbeiten zu können, müssen Verabredungen getroffen werden. Diese gibt es in unterschiedlichsten Formen:

  • Verabredung, wer welche Aufgaben übernimmt
  • Verabredung, bis wann welche Aufgabe bearbeitet wird
  • Verabredung, in welcher Form und mit welcher Methode eine Aufgabe erledigt wird
  • Verabredung, wann und wo man sich ggf. trifft

Wie man Verabredungen trifft

Eine Verabredung trifft man immer mit allen Beteiligten, d.h. z.B. im Projektchat. Man sollte niemals nur eine einzelne Person ansprechen. Eine Ausnahme ist natürlich, wenn es etwas ganz persönliches zu besprechen gibt. Dann kann man sich natürlich an eine Vertrauensperson wenden (z.B. die @lg-paeda) und überlegen, wie man das Team am Besten einbezieht.

Falls man eine Verabredung doch nicht einhalten kann, sollte man darüber auch rechtzeitig sprechen. Das ist auch überhaupt nicht schlimm – wichtig ist nur, dass über so ein Problem gemeinsam gesprochen wird.

Verabredungen sind immer ein Dialog

Egal, ob man etwas Neues vereinbart, eine Verabredung ändert oder etwas absagen muss: Das alles ist immer ein Dialog. Dabei geht es wieder um das Thema Freiheit und Verbindlichkeit: Wenn man etwa einfach nur mitteilt, nimmt man allen anderen Beteiligten die Chance, selber Probleme anzusprechen oder Kompromisse zu finden.

Ein Beispiel:

Jemand sagt kurzfristig die Teilnahme an den Campdays ab. Der Rest vom Team hatte aber mit der Teilnahme gerechnet und braucht die Person für eine Session, oder weil sie Material zu Hause hat. Dieses Problem muss im Dialog gelöst werden.

Manchmal kann es vorkommen, dass man selber eventuelle Probleme gar nicht erkennt. Deshalb sollte man immer allen anderen die Chance geben, auch etwas zu sagen, selber zu benennen, welche Probleme durch eine Absage entstehen, usw. Dabei kommt man dann zu einer Einigung, die für alle gut ist.[1]

Hier sind ein paar Tipps, wie man gute Dialoge beginnen kann:

  • “Ich bin am Campday-Wochenende zu einem Geburtstag eingeladen worden. Dieser würde von 15 bis 19 Uhr gehen. Können wir die Sessions so planen, dass das passt?”
  • “In meinem Dorf findet am Campday-Wochenende eine Veranstaltung statt, zu der ich lieber gehen würde. Gibt es etwas, was ihr von mir für die Campdays braucht oder was wir stattdessen vorher zusammen machen sollten?”

Wichtig ist dabei auch, dass man dann auch das Gespräch weiterverfolgt, bis klar ist, dass man sich geeinigt hat.

Methoden

Es gibt verschiedene Wege, um gemeinsam an Themen zu arbeiten. Es ist wichtig, zu überlegen, welche Methoden wann am Besten geeignet sind. Hier sind ein paar Vorschläge:

Methode Geeignet Unggeeignet
Jeder für sich (asynchron, dezentral) kleinere Teilaufgaben, keine schnelle Abstimmung nötig Schnelle Abstimmung nötig, gemeinsame Arbeit an einem physischen Gegenstand (Elektronik, Flipchart,…)
Gemeinsam online (synchron, dezentral) gezielte Abstimmung, gemeinsame Arbeit an einem virtuellen Dokument oder Bild, direkter Austausch gemeinsame Arbeit an einem physischen Gegenstand (Elektronik, Flipchart,…), schwierige Gespräche
Gemeinsam offline (synchron, zentral) Gemeinsame Arbeit an einem physischen Gegenstand, schwierige Gespräche Anreise für die meisten zu schwierig

Es gibt noch viele weitere Methoden, und grundsätzlich können sich diese alle frei aussuchen. Wichtig ist dabei aber eine klare Verabredung.

Bei Schwierigkeiten oder wenn man Hilfe benötigt, helfen wie immer unsere Leitungsgremien: @lg-orga hilft, wenn ihr etwas zeitlich oder örtlich nicht hinbekommt, @lg-didaktik hilft, wenn ihr anderen etwas zeigen müsst und nicht sicher seid, wie das am Besten umzusetzen ist, und @lg-technik hilft, wenn ihr besondere technische Hilfsmittel benötigt.

Pflichttermine und Erwartungen

Damit unsere Projekte und Arbeitsgruppen ihre Ziele auch erreichen können, gibt es verschiedene Erwartungen und auch Pflichttermine. Welche davon für jemanden gelten, hängt von der Rolle im Projekt ab.

Diese Pflichttermine widersprechen auf den ersten Blick etwas der grundsätzlichen Freiheit. Sie sind Verabredungen, die man eingeht, wenn man eine bestimmte Rolle übernimmt. Wie bei allem kann man sich natürlich jederzeit melden, wenn es damit ein Problem gibt.

Kontributor*innen haben keine besonderen Verpflichtungen, außer natürlich einzelne Verabredungen, die sie getroffen haben. Eine häufige Teilnahme, z.B. an den Campdays, wäre natürlich schön!

Aktive Projektmitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, dauerhaft und regelmäßig an einem Projekt mitwirken. Daher sollten sie aktiv an der Kommunikation und möglichst oft am Online-Plenum teilnehmen. Sie werden außerdem automatisch bei den Campdays eingeplant und sollten nur in Ausnahmefällen absagen (dann bitte wie oben beschrieben im Dialog).

Von Vereinsmitgliedern wird erwartet, dass sie die Ziele aller Projekte auch persönlich unterstützen und nach außen hin vertreten. Desweiteren sollen sie nach Möglichkeit an Abstimmungen der Mitgliederversammlung und an Wahlen teilnehmen.


  1. Ganz selten kann es natürlich passieren, dass kein Kompromiss möglich ist – zum Beispiel, wenn es um das allerletzte Treffen vor einer wichtigen Veranstaltung geht. Aber dafür ist der Dialog eben da! ↩︎

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